Renate Welsh

Renate Welsh, ihre Geburt 1937 war eine herbe Enttäuschung für ihren Vater, der einen Sohn erwartet hatte. Vielleicht muss sie deshalb immer noch etwas beweisen.
Sie glaubt bei aller Skepsis immer noch hartnäckig an die verändernde Kraft des gestalteten Wortes, und sie glaubt an die Möglichkeit, schreibend Erfahrung in Besitz zu nehmen. Sie sammelt leidenschaftlich Sätze, einen besonders ermutigenden schrieb ihr ein Zwölfjähriger nach einer Lesung: „Was du da schreibst, das hab ich auch schon fast gedacht, aber wenn du es nicht geschrieben hättest, dann hätte ich nicht gewusst, dass ich es gedacht habe.“

Rebecca Heinrich

Rebecca Heinrich, geboren 1995, entdeckte die Liebe zur Literatur durch Textblattzittern, durch Stirnschweiß, durch neben ihr zu Bruch gehende Bierflaschen, durch Applausabstimmungen, durch Wertungskärtchen, durch Hinterzimmergespräche und Hintertürchentexte. Groß geworden auf der Bühne, aufgewachsen in der langsam angerollten Hyperwelle der Poetry Slams, lädt die Rezeptionsästhetik als Welcome Home!-Fußmatte zu ihren Texten ein. Als Verfechterin von mehr Befindlichkeitstexten und als Poetin, welche sich die „Mädchenlyrik“ positiv umdeutet, stand in ihren Texten wieder und wieder der Widerstand. Die Herausgeberfiktion dieser Biografie will Ihnen erzählen, dass Rebecca Heinrich einmal gesagt haben soll, dass es in ihren Texten eigentlich immer irgendwie um Liebe geht und dabei eigentlich immer irgendwie um alles und eigentlich immer irgendwie um das Existenzielle, um das Melancholische, um das Fröhliche, das stets im Kleinen beginnt. Eine kluge Literaturkritikerin soll einmal über sie geschrieben haben, dass ihre Verse im Sinne des Privaten als des Politischen zu lesen sind. Mit Butler, Woolf, Lorde und Wittig im Hinterkopf wollen ihre Verse jedenfalls nicht in unhinterfragt-etablierten Logiken verharren. Eine noch klügere Literaturwissenschaftlerin soll einmal über sie geschrieben haben, dass Schachtelsätze ihre Leidenschaft sind. Nebenbei beobachtet Rebecca Heinrich gerade mit Besorgnis die Acro-Yogaisierung Österreichs. Geben Sie mir Ihren Hund, damit ich Spazierengehen darf und Sie erhalten ein Gedicht von mir. Persönlich auf Sie zugeschnitten. Und als Fußmatte gedruckt.

Silvia Hlavin

Silvia Hlavin wurde 1968 geboren, als Tochter einer Wienerin und eines ungarischen 1956-er Flüchtlings. Inmitten der elterlichen Blumengärtnerei wurde sie liebevoll erzogen, zum Glück brach man ihr keine ›falschen‹ Triebe ab; sie durfte so lange wachsen, bis sie groß genug war, um über Rosenköpfe und Stacheln hinwegzusehen. Saß dabei öfters am Fundamentsockel eines neu gebauten Glashauses, inmitten einer hohen Luftfeuchtigkeit, oder im Schuppen, dessen Boden an manchen Tagen mit jenen Blumen übersät war, die der Qualitätsnorm nicht entsprachen, saß dort, träumend, in der Hoffnung und Vorfreude, mit einem neuen Roman wieder andere Welten kennenzulernen. Später wurde der Bücherwurm zur Vielreisenden, Buchhalterin und Autorin.

Andrea Grill

Andrea Grill ist Schriftstellerin und Übersetzerin. 1975 in Bad Ischl (Österreich) geboren, begann sie mit sechs Jahren zu lesen und mit sieben Jahren zu schreiben. Sie wuchs mit einem Hund, einer Katze, einem Vogel und einem Fisch auf.
Nach Besuch des Gymnasiums Bad Ischl studierte sie Biologie, Italienisch, Spanisch und Sprachwissenschaft in Salzburg, Thessaloniki und Tirana. 1999 schloss sie ihr Studium mit einer Magisterarbeit über die Schmetterlinge des Nationalparks Dadia in den griechischen Rhodopen ab. 2000 – 2003 lebte sie in Cagliari (Sardinien) und forschte zur Evolution der Schmetterlinge der Insel. 2003 promovierte sie an der Universität von Amsterdam (Niederlande) zum Doktor der Naturwissenschaften.
Im Jahr 2000 veröffentlichte Andrea Grill ihren ersten literarischen Text in der Zeitschrift „Literatur und Kritik“. Seit damals sind dreizehn Bücher von ihr erschienen und zahllose Essays, Erzählungen, Kurztexte, Vorträge und Gedichte.
Nach mehreren Jahren wissenschaftlicher Forschungstätigkeit und ausgedehnten Reisen zog sie 2008 nach Wien, wo sie heute als freie Schriftstellerin lebt.
Neben ihrer Arbeit an eigenen Texten übersetzt sie aus dem Albanischen, Italienischen und Niederländischen.
2010 hatte sie eine Max-Kade scholarship an der Rutgers University (USA) inne.
Sie wurde mit dem Autorenstipenidum am Literarischen Kolloquium Berlin ausgezeichnet (2010), erhielt den Förderpreis der Stadt Salzburg (2010), den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (2011) und den Förderpreis der Stadt Wien (2013). Ihr Roman “Cherubino” war 2019 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Corinna Antelmann

»Corinna Antelmann wurde im Mai 1969 in Bremen geboren, in norddeutschen Landen mit südländischem Herzen und schlesischen Vorfahren und braunen Augen, die womöglich von den Polen stammen, wie die Nachbarn argwöhnten. Nach einem Zwischenstopp in Paris und langen, langen Jahren im Norden, von Bremen, Hildesheim, Hannover über Hamburg nach #Oldenburg, lebt sie nun, von unbestimmter Heimatlosigkeit getrieben, seit beinahe 14 Jahren in Oberösterreich. Eine Heimat fand und findet sie darüber hinaus stets in der Literatur. Nicht nur die Fremdheit ist ein immer wiederkehrendes Thema ihres Schreibens, sondern ebenso der Feminismus, die Liebe, die Erde, die Utopie, was alles in allem auf eine Art zusammengehört. Fiktive Figuren treffen auf gesellschaftspolitische Überlegungen, um dabei den Kern von Menschsein zu berühren: Wachsen durch die Krise. Grund genug, das mühsame Geschäft auf sich zu nehmen. Ich schreibe weiter.«

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